Entscheidung per Los: Europa-Parteitag der FDP Rhein-Sieg

v.l.n.r.: Norbert Kicinski, Alexander Graf Lambsdorff, Jessica Gaitskell, Nicole Westig, Jörn Freynick (Foto: Schmid)
v.l.n.r.: Norbert Kicinski, Alexander Graf Lambsdorff, Jessica Gaitskell, Nicole Westig, Jörn Freynick (Foto: Schmid)

Zu einem „europäischen Abend“ haben sich die Mitglieder der FDP Rhein-Sieg in der Jabachhalle Lohmar getroffen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Wahl eines Kandidaten zur Europawahl und die Rede des Bonner Bundestagsabgeordneten Alexander Graf Lambsdorff, der auch stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag ist.

 

Die Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Nicole Westig freute sich bei ihrer Begrüßungsrede über das große Interesse der Freien Demokraten an Europapolitik: „Gleich drei tolle Kandidaten haben sich um die Rhein-Sieg-Kandidatur für das Europäische Parlament beworben. Das Interesse unserer Partei an Europa ist hoch, wir leben den europäischen Gedanken und werden unsere Ideen für ein besseres Europa nächstes Jahr zur Wahl stellen.“

 

In ihren Bewerbungsreden betonten die drei Kandidaten Jessica Gaitskell aus Königswinter, Ulf Gassner aus Sankt Augustin und Michael Marx aus Hennef die Bedeutung Europas, präsentierten ihre Vita und warben für ihre politischen Schwerpunkte. Bei der anschließenden Wahl konnte sich Jessica Gaitskell nach zwei Wahlgängen und einem Losentscheid gegen ihre Mitbewerber durchsetzen. Im ersten Wahlgang war Gaitskell noch mit 38 Stimmen auf dem zweiten Platz hinter Marx (44) und vor Gassner (10) gelandet. In der anschließenden Stichwahl kam es zum Patt zwischen Gaitskell und Marx, die beide 45 Stimmen erreichten. Am Ende musste das Los der Wahlleiterin entscheiden mit dem glücklicheren Ausgang für die Freidemokratin aus Königswinter. Gaitskell wird zusammen mit den anderen Europa-Kandidaten der FDP am 27. Januar 2019 auf dem Bundesparteitag in Berlin auf eine gemeinsame Bundesliste der Freien Demokraten gewählt.

 

Alexander Graf Lambsdorff, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und langjähriger Europaabgeordneter, zeigte den Gäste des Parteitags anschließend in seiner Rede die aktuellen politischen Herausforderungen in Brüssel und Berlin auf. „Das Chaos in der Europäischen Union wird nur noch vom Chaos der Großen Koalition in Berlin übertroffen.“ Lambsdorff warnte vor den Folgen eines chaotischen Brexits, es gebe noch zahlreiche ungeklärte Fragen und die Zeit werde knapp. Auch die Bundesregierung verhalte sich viel zu passiv.

 

„Wir Freie Demokraten wollen ein starkes Europa und geben dazu die richtigen Antworten. Wir wollen ein Europa, das in den großen Dingen groß ist und in den kleinen Dingen klein“, fasste Lambsdorff die Haltung der FDP zusammen und warb für ein Europa, das sich um die wichtigen Dinge kümmert und den Bürgern nicht mit zu kleinteiligen Regulierungen „auf die Nerven geht.“