Fragen zur Verkehrspolitik

Friedrich-Wilhelm Kuhlmann, verkehrspolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion hat auf Anfrage des DGB die Position der Freien Demokraten zu mehreren Fragen rund um die Mobilität erläutert.

 

Mobilität ist nach Ansicht der FDP ein Grundbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft. Mobilität ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliches Wachstum. Jeder soll frei bestimmen können, wann er welches Verkehrsmittel nutzt.

 

Angesichts des steigenden Verkehrs und der maroder Brücken, Straßen und Schienen muss es die zentrale Aufgabe der Verkehrspolitik der nächsten Jahre sein, die Infrastruktur aller Verkehrsträger zu reparieren und auszubauen. Damit schneller gebaut werden kann, müssen die Planungskapazitäten von Straßen NRW erhöht und die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.

 

Darüber hinaus sind Strategien zur Verkehrsvermeidung und eine bessere Vernetzung der einzelnen Verkehrsträger zu entwickeln. Denn die Verkehrsprobleme lassen sich nicht allein mit noch mehr Straßen lösen.

 

Straßen und Autobahnen in der Region sind schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die geplanten Sanierungen u.a. des Tausendfüßlers und der Nordbrücke erfordern eine Optimierung des regionalen Baustellenmanagement. Weiter wichtige Straßenbauprojekte sind der Neubau der Rheinbrücke bei Niederkassel sowie der Ortsumgehungen in Much, in Ludendorf/Essig sowie in Hennef/Uckerath. Mittelfristig sollte auch die Südtangente realisiert werden, da sie wirksamste Maßnahme ist, um die Verkehrsprobleme in der Region langfristig und nachhaltig zu lösen.

 

Auch der ÖPNV muss in der Region weiter entwickelt werden, vor allem auch im ländlichen Raum. Zentrale Projekte der kommenden Jahre sind die Verbesserung des Angebots der Eisen- und Stadtbahnen (u.a. Taktverdichtungen der S23, der Linien 16, 18 und 66), der Ausbau von Schnellbussystemen sowie die Elektrifizierung der Voreifelbahn und der Ahrtalbahn.

Der Fahrradverkehr kann zwar den ÖPNV und das Auto nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen, vor allem im Nahverkehr. Darum sollte auch die Fahrradinfrastruktur deutlich ausgebaut werden. Dazu gehören insbesondere auch Radschnellwege, Bike&Ride-Anlagen und Leihradsysteme.

 

Schließlich sollten Möglichkeiten der Digitalisierung („Mobilität 4.0“) noch viel stärker für die genutzt werden. Die Entwicklung einer Mobilitäts-App, die alle lokalen Mobilitätsangebote bündelt, wäre ein erster wichtiger Schritt.