FDP rügt halbherzige Bekämpfung

„Das jüngst veröffentlichte Eckpunktepapier der Kreisverwaltung zur Bekämpfung der Herkulesstaude ist ein Dokument des Scheiterns“, kritisiert Klaus-Peter Smielick, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Kreistag. In einem Schreiben an Landrat Sebastian Schuster verleihen die Freien Demokraten ihrer Sorge Ausdruck, dass die Bekämpfung der Herkulesstaude an der Sieg und ihren Nebenflüssen zu scheitern drohe. Ohne eine mehrjährige und flächendeckende Bekämpfung könne man die gefährliche Pflanze nicht erfolgreich bekämpfen. Die aktuellen halbherzigen Versuche seien verschenkte Mühe, denn die Herkulesstaude werde sich ohne Gegenmaßnahmen auch in diesem Jahr wieder ohne Probleme an den Flüssen ausbreiten. „Diese Gesundheitsgefahr darf man nicht einfach tatenlos hinnehmen“, so Smielick.

 

Der Umweltausschuss des Kreistags hatte im März dieses Jahres einstimmig beschlossen, bei der Bekämpfung der Herkulesstaude mehr Druck zu machen. Der Beschluss sah vor, einen erneuten Förderantrag bei der Bezirksregierung zu stellen, die Pflanze flächendeckend und auch mit Herbiziden zu bekämpfen sowie die Maßnahmen auch auf die Agger auszudehnen. Zudem hat der Ausschuss gefordert, dass das Land für seine eigenen Grundstücke, immerhin mehr als 80 Prozent der Uferflächen, die Beseitigung der Staude übernehme. Dass die Kreisverwaltung nun ein Eckpunktepapier vorlege, das diesen Beschlüssen des Umweltausschusses widerspreche, sei für die FDP nicht hinnehmbar, so Smielick.

 

So komme zum Beispiel ein Verzicht auf die flächendeckende Bekämpfung nicht in Frage, stellt Smielick klar: „Naturschutzflächen und die Ufer der Agger auszuklammern ist völlig unsinnig, da sich die Herkulesstaude von diesen Gebieten aus weiter verbreiten kann und alle Bekämpfungsmaßnahmen an der Sieg dadurch unterlaufen werden. Auch am Oberlauf der Sieg in Rheinland-Pfalz wird die Herkulesstaude, anders als von der Bezirksregierung behauptet, flächendeckend ausgerottet. Dort kommen sogar Drohnen zur Kontrolle aus der Luft zum Einsatz.“ Auch der Verzicht auf Herbizide erschwere völlig unnötig die Bekämpfung, da Mittel wie „Round Up“ nicht gefährlich für das Wasser seien und eine Genehmigung des Pflanzenschutzamtes für den Einsatz vorliege.

 

Zudem will die FDP dem Land nicht durchgehen lassen, dass die Verantwortung für die Bekämpfung auf Kommunen, Kreis, Land und sonstige Einrichtungen aufgeteilt werden soll. „Die Bekämpfung der Herkulesstaude sollte aus einer Hand koordiniert werden. Bei der Ausrottung einer gefährlichen Pflanze ist koordiniertes Arbeiten zwingend erforderlich und ein Nebeneinander schädlich für die Effektivität“, so Smielick. Auch eine vom Kreis in Aussicht gestellte Verschiebung der gesamten Bekämpfung auf das Jahr 2016 sei nicht akzeptabel. Ein Konzept für die Bekämpfung liege längst vor – nun seien Taten gefragt und keine bürokratischen Winkelzüge, die zu Verzögerungen führten.

 

Die FDP-Fraktion fordert den Landrat daher auf, gegenüber der Bezirksregierung weiter auf eine effektive Bekämpfung der Herkulesstaude an Sieg und Agger zu pochen. „Die Erfolge der letzten fünf Jahre und alle investierten Mittel werden leichtfertig aufs Spiel gesetzt, wenn der Kreis jetzt klein beigibt“, fasst Smielick zusammen. Das Land sei bei der Bekämpfung der Herkulesstaude in der Pflicht und der Rhein-Sieg-Kreis müsse alle Mittel, notfalls auch juristische, ausschöpfen, um im Sinne der Gesundheit seiner Bürger die gefährliche Herkulesstaude nachhaltig einzudämmen.  Das Eindämmen der Bestände werde nur erreicht, wenn keine Pflanzen zur Aussaat kommen. "Ein bisschen bekämpfen" gehe bei der Herkulesstaude nicht, so Smielick.

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