Großdemo der Jäger in Düsseldorf

15.000 Jäger, Landwirte, Waldbesitzer, Angler, Imker und andere Grundeigentümer trafen sich am Mittwoch, den 18.März 2015 zu einer Demonstration in Düsseldorf. Was aber motiviert so viele Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Düsseldorf zu pilgern? Aktueller Anlass ist die Jagdnovelle, die in NRW in Kürze verabschiedet werden soll. Darüber hinaus stehen auch Änderungen des Waldgesetzes und die sogenannte Agrarwende an. Eine Handvoll Gegendemonstranten beobachte den eindrucksvollen Umzug, der kilometerlang von der Rheinwiese zum Düsseldorfer Landtag erfolgte.

 

Der Präsident des Jägerverbandes Ralph Müller-Schallenberg sagte vor den Demonstranten: „Die Intention der Änderung des Jagdgesetzes kommt nicht aus der Mitte der Gesellschaft, wie es uns

die Grünen vorhalten. Wir hier vor dem Landtag sind die Mitte der Gesellschaft!“ Die Landesregierung bekomme für ihren Gesetzentwurf keine vergleichbare öffentliche Unterstützung wie die Jäger für ihre Forderungen.Die Herausnahme des Fuchses von der bejagbaren Liste, birgt die Gefahr der Seuchenausbreitung. Fuchsbandwurm und Tollwut können so nicht mehr von den Jägern bekämpft werden.Das Fütterungsverbot von Tieren in Notzeiten führt dann dazu, dass notleidendes Wild bei starken Wintern elend verhungern.

 

Bei der Einführung der Jagdsteuer hat man wohl nicht bedacht, dass es Jäger sind die das Fallwild bei Verkehrsunfällen entsorgen. Da wird man künftig wohl kostenintensive Alternativen

suchen müssen, die zu weiterer finanzieller Belastung der Kommunen führen. Nach Redebeiträgen von Armin Laschet (CDU) und Christian Lindner (FDP), die von großem Applaus begleitet wurden, ertönten zwischendurch immer wieder Tausende Jagdhörner.

 

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sprach sich gegen die Jagdrechtsnovelle aus, da NRW das beste Jagdrecht in Europa habe. „Es wird eine Zeit kommen, in denen nach Jägern gerufen wird,

weil Wildschweine, Füchse und Marder überhand nehmen“, sagte Lindner voraus. Klaus-Peter Smielik der umweltpolitische Sprecher der-FDP Kreistagsfraktion des Rhein-Sieg Kreises, urteilt: "Dieses Gesetz ist nicht praxistauglich und führt zu unverantwortlichen Verwaltungsaufwand.“ 

 

Ralph Lorenz, aus Eitorf und zweiter Vorsitzender des FDP NRW Landesfachausschusses für Umwelt,

Land- und Forstwirtschaft führte als Grund seiner Teilnahme an: „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass die Naturschützer mit fachlicher Praxis wahrgenommen werden und die Wertschätzung für Ihre Leistungen in der Öffentlichkeit bekannter werden.“ Das Gesetz wird voraussichtlich im Mai verabschiedet. „Wenn sich bis dahin nicht viel ändert, kommen wir wieder“ sagt Lorenz entschlossen. 

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