Bekämpfung der Herkulesstaude

Die Bekämpfung der Herkulesstaude an Sieg und Agger ist zwischen dem Land NRW und dem Rhein-Sieg-Kreis weiterhin strittig. Der Kreis hatte als Untere Landschaftsbehörde bei der Bezirksregierung beantragt, für den Zeitraum von 2015 bis 2017 aus Landesmitteln bei der Bekämpfung der Staude unterstützt zu werden. Da die Bekämpfung dieser gefährlichen und sich schnell verbreitenden Pflanze nicht innerhalb von drei Jahren möglich ist, sah der Antrag auch eine Fortführung der Bekämpfung über 2017 hinaus vor. Die Bezirksregierung erkennt diese Notwendigkeit zwar in ihrer Antwort an, die nun dem Umweltausschuss des Kreises vorliegt. Sie fordert jedoch gleichzeitig eine Selbstverpflichtung des Kreises zur Bekämpfung der Herkulesstaude.

 

Die FDP-Fraktion im Kreistag lehnt eine solche Verpflichtung des Kreises ab. Klaus-Peter Smielick, umweltpolitischer Sprecher der Freien Demokraten erläutert dazu: „Insgesamt 90 Prozent der zu bekämpfenden Fläche befindet sich im Eigentum des Landes. Es kann nicht sein, dass sich das Land hier aus der Verantwortung stiehlt und glaubt,  der Kreis soll aus eigenen Mitteln die Bekämpfungsmaßnahmen zum Erfolg führen.“ Die FDP werde sich daher in der Sitzung des Umweltausschusses (10.03.2015) dafür einsetzen, dass der Förderantrag beim Land aufrecht erhalten bleibt und der Kreis gleichzeitig deutlich macht, dass man nicht an Stelle des Landes für eine dauerhafte Finanzierung der Maßnahme sorgen werde.

 

Die Freien Demokraten sprechen sich darüber hinaus für eine engere Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Rheinland-Pfalz aus. In diesem Zusammenhang hatte die FDP vorgeschlagen, den dort tätigen Experten Fred Duscha zur Sitzung des Umweltausschusses einzuladen. Duscha führt die Maßnahmen im Sieg-Bereich von Rheinland Pfalz durch und arbeitet dort im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord des Nachbarlandes. „Wir bedauern, dass Umweltdezernent Schwarz unseren Vorschlag abgelehnt hat. Ein Informationsaustausch mit Herrn Duscha hätte zu einer besseren Koordinierung der Maßnahmen an der Sieg beigetragen“, so Smielick.

 

Die Bekämpfung der Herkulesstaude ist nach Überzeugung der FDP nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern auch des Gesundheitsschutzes für die Bevölkerung, betont Smielick trotz der hohen Kosten die Notwendigkeit einer Ausrottung der Pflanze: „Der Pflanzensaft enthält giftige Substanzen, die die Haut extrem lichtempfindlich machen. Sie reagiert darauf wie bei einem sehr heftigen Sonnenbrand: Oft bilden sich nässende Ekzeme oder große Blasen, die nur langsam abheilen. In viele Fällen dauert es mehrere Wochen, bis die Wunden abheilen; nicht selten bleiben lebenslange Pigmentstörungen zurück.“

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