"Neues Jagdrecht? - Falsche Fährte!"

Siegburg – „Neues Jagdrecht? – Falsche Fährte!“, unter diesem Motto hatte die FDP-Kreistagsfraktion zu einem Fachgespräch zur beabsichtigten Novellierung des Jagdrechts in NRW eingeladen. Mehr als fünfzig Interessierte, darunter viele Jägerinnen und Jäger, waren der Einladung ins Siegburger Stadtmuseum gefolgt.

 

In seiner thematischen Einführung betonte der FDP-Landtagsabgeordnete Ulrich Alda, wie sehr der im Moment diskutierte Gesetzentwurf des grünen Umweltministers von Ideologie gefärbt sei: „Die Regelungen im neuen Gesetz bedeuten eine Gängelung und Bevormundung der Jägerinnen und Jäger, die seit jeher einen aktiven Beitrag zum Natur- und Artenschutz, dem Tierschutz und der Gesundheitsvorsorge leisten. Die FDP stellt sich vor die Jägerschaft und will ihren guten Ruf schützen.“ Die FDP lehne die massiven Einschränkungen mit Nachdruck ab und wende sich dagegen, traditionsreiche Gemeinschaften wie die der Jägerschaft per Handstreich massiv behindern zu wollen.

 

Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Norbert Möhlenbruch nahm diesen Gedanken auf und betonte, der grüne Umweltminister verfolge nur das eine Ziel, der eigenen Klientel zu zeigen, dass man „den Jägern an den Kragen“ gehe. Trotz der vielen sachgerechten Bedenken, die Vertreter der Jägerschaft, aber auch Landwirte, Waldbesitzer und Kommunen vorgetragen hätten, bestünde der Minister auf der Durchsetzung seines "ökologischen" Jagdrechts und habe dazu offensichtlich einen Freifahrtschein von Ministerpräsidentin Kraft. Möhlenbruch wandte sich außerdem mit Nachdruck gegen die Wiedereinführung der Jagdsteuer. „Vom alten Landrat hatten wir das Versprechen, dass es mit ihm keine neue Jagdsteuer geben werde“, so der Chef der Kreisjäger. „Dieses Versprechen steht uns vom neuen Landrat noch aus.“

 

Klaus-Peter Smielick, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion, warb für eine gute Zusammenarbeit der Jäger mit den Waldbesitzern und den Landwirten: „Die Landnutzer müssen zusammenstehen.“ Schließlich blieben zum Beispiel auch die Landwirte auf ihren Wildschäden sitzen, wenn Jäger nicht mehr für eine Regulierung des Tierbestands sorgten.

 

In der nachfolgenden Diskussion mit den Zuhörern waren sich die Teilnehmer auf dem Podium einig, dass mit der Jägerschaft auf eine Bevölkerungsgruppe gezielt werde, die aktiv für Naturschutz eintrete und zahlreichen Wildtierarten kenntnisreich das Überleben gesichert habe. „Jäger helfen darüber hinaus zum Beispiel mit Arznei-Ködern bei der Bekämpfung von Seuchen oder auch rund um die Uhr bei der fachgerechten Beseitigung von gefallenem Wild“, so FDP-Sprecher Smielick. Diese unbürokratische Hilfe spare dem Staat erhebliche Beträge.

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